Johannes Vermeer ist einer der berühmtesten Delfter Maler des 17. Jahrhunderts. Aber Delft hat noch viele weitere berühmte Delfter aus dem 17. Jahrhundert, die Außergewöhnliches geleistet haben.Lesen Sie weiter und erfahren Sie mehr über Vermeers Zeitgenossen und was sie mit Delft und Vermeer zu tun hatten!

Hugo de Groot

Hugo Grotius, von Michiel Jansz. van Mierevelt, 1631 Museum Prinsenhof Delft

1583-1645

Hugo de Groot wurde am 10. April 1583 in Delft geboren. Als Delfter Wunderkind verblüffte er bald alle mit seiner Intelligenz und seinem Wissen. Sowohl sein Vater als auch sein Großvater waren Bürgermeister von Delft gewesen. Auch sein Vater hatte ein ausgeprägtes Interesse an Wissenschaft und Kunst. So kam Hugo schon als kleiner Junge in Kontakt mit mehreren Gelehrten, darunter Justus Lipsius und Simon Stevin.

Im Alter von nur 11 Jahren ging er zum Studium an die Universität Leiden und machte danach schnell Karriere als Jurist, Anwalt und Diplomat. Neben der spektakulären Geschichte seiner Flucht hinterlässt Hugo de Groot aber noch viel mehr. Seine Gedanken über Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit waren in der Vergangenheit von großer Bedeutung und sind heute aktueller denn je. Am 22. März 1621 entkam Hugo aus Slot Loevestein. Diese Flucht ist die berühmteste in der niederländischen Geschichte. In seiner Zelle ließ sich Hugo in eine schwere Büchertruhe einschließen. Auf diese Weise entkam er unbemerkt über die enge Treppe des Slot.

  

Gemälde des Malers Michiel Jansz van Mierevelt aus dem Jahr 1631 mit Hugo Grotius in Delft Buchen Sie die Truhe von Hugo de Groot im Museum Prinsenhof Delft Statue von Hugo de Groot auf dem Markt in Delft

Slot Loevestein war ab 1572 ein Staatsgefängnis. Hier wurden "Abweichler" inhaftiert, Menschen, die nicht im Sinne der Machthaber dachten. Während seiner Haft in Loevestein entwickelte Hugo seine Ideen über Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit, die die Welt verändern sollten. Seine Gedanken sind auch heute noch aktuell.

TIPP: Zum Gedenken an Hugo de Groot wurde 1886 eine Statue auf dem Markt von Delft errichtet.

Antoni van Leeuwenhoek

Anthony van Leeuwenhoek (1632-1723). Delfter Physiker, Jan Verkolje (I), 1680 - 1686 Rijksmuseum Amsterdam

1632-1723  

Im Jahr 1632 wurde Antoni van Leeuwenhoek in Delft geboren. Antoni begann, sich Leeuwenhoek zu nennen, weil sein Elternhaus im Leeuwenpoort lag. Schon in jungen Jahren interessierte er sich für Astronomie, Mathematik, Physik und Chemie.Ohne naturwissenschaftliche Ausbildung und ohne Fremdsprachenkenntnisse begründete van Leeuwenhoek dennoch die Erfindung des Mikroskops. Mit diesem Mikroskop machte er viele Entdeckungen in der Biologie und Mikroskopie.

Johannes Vermeer und Antoni van Leeuwenhoek haben auch eine gemeinsame Geschichte. Nach Vermeers Tod fungierte van Leeuwenhoek als Vollstrecker seines Nachlasses. Es wird angenommen, dass sie gute Freunde waren und es gibt sogar den Verdacht, dass Antoni van Leeuwenhoek das Modell für Vermeers Gemälde 'Der Geograph' und 'Der Astronom' war.

Nach seinem Tod am 31. August 1723, im Alter von 91 Jahren, wurde er in der Oude Kerk in Delft beigesetzt.

   

Antoni van Leeuwenhoek sitzend Eine Dame betrachtet das erste Mikroskop aus Delft Anatomieunterricht von Dr. Cornelis 's Gravensande in Aktion als Stadtanatom. Neben dem Arzt (der Mann mit dem Zeigestock) steht rechts Antoni van Leuwenhoek. Hergestellt von C. de Man, 1681, Sammlung

Pieter de Hooch

Pieter de Hooch (1629- in oder nach 1679), Innenhof eines Hauses in Delft, 1658, The National Gallery, London

1629-1684  

Die ersten Quellen, die belegen, dass Pieter de Hooch in Delft lebte, stammen vom August 1652. De Hooch heiratete 1654 Jannetje van der Burch, die Tochter eines Steingutfabrikanten in Delft. Gemeinsam hatten sie sieben Kinder, von denen zwei in Delft geboren wurden.

Im Jahr 1655 wurde Pieter de Hooch in die St. Lukasgilde, eine Gilde von Künstlern und Kunsthandwerkern, in Delft aufgenommen. Es ist wahrscheinlich, dass sich Vermeer und de Hooch hier trafen. Die Maler beeinflussten auch den Malstil des jeweils anderen. Beide malten oft Frauen, die im Haushalt arbeiten. Trotzdem lassen sich die beiden Maler unverkennbar voneinander unterscheiden.

Gemälde 'Innenhof eines Hauses in Delft' von Pieter de Hooch

Pieter de Hooch (1629- in oder nach 1679), Innenhof eines Hauses in Delft, 1658, The National Gallery, London

Reinier de Graaf

1641-1673  

Nachdem Reinier de Graaf in Frankreich aufgrund seiner anatomischen Forschungen über die Bauchspeicheldrüse zum Doktor der Medizin befördert worden war, ließ er sich nach seiner Rückkehr in die Niederlande in Delft nieder. Reinier de Graafs Entdeckungen und Erkenntnisse legten den Grundstein für unser heutiges Wissen über Reproduktionsmedizin und Endokrinologie. Trotz all seiner Erfolge stand sein katholischer Glaube einer Universitätskarriere in den weitgehend protestantischen Niederlanden im Weg.

Heute kennen wir die Reinier de Graaf Groep, mehrere Krankenhäuser in der Region Haaglanden in den Niederlanden. Diese Gruppe ist nach Reinier de Graaf benannt. Auch in Delft gibt es ein Reinier de Graaf Krankenhaus.

Im Medizinischen Museum der Greif mit Blick auf ein Skelett Anatomieunterricht von Dr. Cornelis 's Gravensande in Aktion als Stadtanatom. Neben dem Arzt (der Mann mit dem Zeigestock) steht rechts Antoni van Leuwenhoek. Hergestellt von C. de Man, 1681, Sammlung